Musik ist cool und hilft

Scrollen

Heute war ich Konzert. Haydn Orchester in Sterzing. Mir hat’s sehr gut gefallen. Überhaupt ein für mich neues Stück aus dem 20. Jahrhundert. Zuerst Dramatik, dann kurz Ruhe, dann wieder wilder. Mich hat’s an eine stürmische See mit einem kurzen Moment im Auge des Sturms erinnert. Anyway. Ich schweife von dem ab, was ich eigentlich sagen will. Musik gefällt einem nicht nur, sondern hilft einem auch.

Was dabei im Körper passiert, ist inzwischen ganz gut vermessen. Bei Musik, die einen packt, kann das Gehirn am Höhepunkt Dopamin ausschütten, in einem Belohnungssystem, das zum Teil auch beim Essen anspringt. Die Gänsehaut, die manche dabei bekommen, zeigte in der Studie genau diesen Moment an. Der Körper spielt mit: Bei einem Crescendo ziehen sich die Hautgefäße zusammen und der Blutdruck steigt, schnelle Passagen treiben den Puls hoch. Und die kurze Ruhe, die mir so aufgefallen ist, hat ihre Entsprechung im Labor. Nach einer Pause fallen Puls, Blutdruck und Atmung unter den Ausgangswert.

Dass ein wildes Stück trotzdem nicht als Gefahr ankommt, erklärt die Musikpsychologie mit dem Rahmen. Im Konzertsaal weiß ich, dass nichts passiert, und ich könnte jederzeit aufstehen und gehen. In einer Umfrage unter 772 Hörern war genau das, dass die Anspannung keine Folgen im echten Leben hat, die wichtigste Belohnung trauriger Musik.

Und helfen tut Musik nicht nur an so einem Abend. Nach Operationen brauchen Patienten mit Musik etwas weniger Schmerzmittel. In Kliniken senkt ruhige Musik Stresshormone, Puls und Blutdruck ein wenig. Musiktherapie lindert depressive Symptome deutlich, Angstsymptome etwas und eher kurzfristig. Und bei Parkinson und nach Schlaganfällen gehen Leute mit einem Rhythmus im Ohr schneller und mit längeren Schritten. Die meisten Effekte sind klein bis mittel. Aber sie sind da, in hunderten Studien.

Quellen