Ich gehe seit April 2022 regelmäßig zur Ernährungsberaterin. Alle paar Wochen. Manchmal alle sechs Wochen, manchmal alle zwei Monate. Immer die gleiche Waage, immer die gleichen Bedingungen. Das sind die einzigen Zahlen, denen ich vertraue.
Zu Hause wiege ich mich auch. Aber die Werte schwanken je nach Tageszeit, Kleidung, ob ich vorher gegessen habe. Die Zahlen von der Ernährungsberaterin sind die offiziellen. Die echten.
Anfang und Ende
- Erster Eintrag: 19. April 2022 — 231,0 kg
- Letzter Eintrag: 17. März 2026 — 210,2 kg
- Differenz: −20,8 kg in knapp vier Jahren
Was ich sehe, wenn ich diese Zahlen lese
Das Erste, was auffällt: Es ist keine gerade Linie nach unten. Es ist ein Zickzack. Runter, rauf, runter, rauf. Wie eine Säge. Und trotzdem — der Trend geht nach unten. Langsam, aber er geht.
Der Anfang war der beste Teil. April bis September 2022: 17,5 Kilo runter in fünf Monaten. Ich war motiviert, ich hatte gerade angefangen, alles war neu. So wie bei einer neuen Beziehung — am Anfang läuft alles wie von selbst.
Dann kam der Rückfall. Von November 2022 bis August 2023 habe ich über 10 Kilo wieder zugenommen. Zehn Kilo. Monate an Arbeit, einfach weg. In dieser Phase habe ich angefangen zu bloggen. Nicht weil es gut lief, sondern weil es schlecht lief. Der Blog war mein Ventil. Wenn ich schon nicht abnehme, kann ich wenigstens darüber schreiben.
Weihnachten ist der Feind. Januar 2024: plus 5 Kilo nach den Feiertagen und Silvester in London. Dieses Muster wiederholt sich jedes Jahr. Feiertage, Einladungen, Restaurantbesuche — und dann stehe ich im Januar auf der Waage und denke: Schon wieder.
Ich habe daraus eine Konsequenz gezogen: Ich verreise nicht mehr. Nicht bis 130 Kilo. Jedes Mal, wenn ich reise, nehme ich zu. Jedes Mal. Ohne Ausnahme. Also lasse ich es.
Was geholfen hat
Obst streichen. Klingt verrückt, aber meine Ernährungsberaterin hat im Herbst 2023 festgestellt, dass ich zu viel Obst esse. Zu viel Zucker, auch wenn er natürlich ist. Als ich das Obst reduziert habe, habe ich im nächsten Monat 4,5 Kilo verloren. Stattdessen: mehr Gemüse und Salat.
Langsamer essen, kleinere Bissen. Einer dieser Tipps, die so einfach klingen, dass man sie ignoriert. Bis man es tatsächlich macht und merkt, dass man mit der halben Portion satt wird.
Krafttraining. Nicht um Gewicht zu verlieren — das macht Ernährung. Sondern um den Körper bei dem ganzen Prozess nicht zu verlieren.
Mounjaro. Seit Sommer 2025 nehme ich Mounjaro. Es senkt den Langzeitzucker HbA1c, und es hilft beim Abnehmen. Seitdem der stärkste Abwärtstrend seit dem Anfang: von 217 auf 207 Kilo. Mein tiefster Wert bei der Ernährungsberaterin war 207,8 kg im Dezember 2025. Danach wieder ein kleiner Anstieg — Weihnachten. Natürlich.
Was ich daraus lerne
21 Kilo in vier Jahren. Das sind 5 Kilo pro Jahr. Das klingt nicht nach viel. Manchmal denke ich: Vier Jahre, und das ist alles?
Aber dann denke ich an die Alternative. Ohne die Ernährungsberaterin, ohne den Blog, ohne Mounjaro — wo wäre ich dann? Wahrscheinlich bei 240, 250 Kilo. Vielleicht mehr. Also sind 21 Kilo nicht nur 21 Kilo. Es sind 21 Kilo plus die 20 oder 30, die ich nicht zugenommen habe.
Der Weg ist noch weit. 130 Kilo ist das Ziel, das ich mir gesetzt habe, bevor ich wieder verreisen darf. Das sind noch 80 Kilo. Bei 5 Kilo pro Jahr wären das 16 Jahre. Das ist zu lang. Aber das Tempo muss sich auch nicht wiederholen. Die Mounjaro-Phase zeigt, dass es schneller gehen kann. 9 Kilo in sechs Monaten. Wenn ich das halten kann, sieht die Rechnung anders aus.
Und selbst wenn nicht — die Richtung stimmt. Die Waage lügt nicht. Und meine Ernährungsberaterin auch nicht.